Der Schweizer Markt für Büro- und Gewerbeimmobilien befindet sich im Umbruch. Während moderne Flächen an guten Lagen weiterhin stark gefragt sind, verlieren ältere Objekte spürbar an Attraktivität – ein Trend, der sich exemplarisch in Basel zeigt. Dort haben grosse Industrie- und Pharmaunternehmen ihre Bürostandorte über die Jahre konsolidiert und ziehen sich zunehmend auf eigene Areale zurück. Externe Mietflächen werden frei, der Leerstand steigt. Gleichzeitig kommen ehemalige Industrieareale als Renditeobjekte auf den Markt – oft an Lagen mit begrenzter Büronachfrage, wo sich nicht alles in Wohnraum umwandeln lässt.
Auch Zürich bleibt nicht verschont: In Zürich Nord etwa zeigen sich seit Jahren überdurchschnittliche Leerstände. Doch nicht jede Schlagzeile über leere Grossflächen bedeutet gleich einen strukturellen Abwärtstrend – oft handelt es sich um vorübergehende Verschiebungen statt um eine grundsätzliche Abwanderung. Entscheidend ist zunehmend nicht die Nutzungsart an sich, sondern Standort, Qualität, Erreichbarkeit und die Frage, ob eine Liegenschaft flexibel für künftige Nutzungen umgebaut werden kann.
Spannend ist der Blick auf Logistik- und Leichtindustrieflächen: Hier ist der Markt so knapp wie selten, mit sinkenden Angebotsraten und steigenden Mieten – ein Segment, das oft übersehen wird.
Während viel Kapital reflexartig in Wohnimmobilien fliesst, wirken Gewerbeimmobilien nüchterner bewertet und liefern oft höhere laufende Erträge. Der Preis dafür: mehr Komplexität. Gewerbeobjekte verlangen aktives Management – von Flächenanpassungen bis zur Frage, welche Nutzung in fünf oder zehn Jahren überhaupt noch möglich ist.
Die Botschaft an Investorinnen und Investoren ist klar: Wer nur dem Herdentrieb folgt, kauft oft teure Gewissheiten. Wer hingegen Standort, Objektqualität und langfristige Nutzungsflexibilität konsequent prüft, findet auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiterhin attraktive Chancen – abseits ausgetretener Pfade.
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